23,5 – Zwischen Erinnern und Verdrängen

Eine Auseinandersetzung mit Erinnerung, Schweigen und Verantwortung.

📅 Do, 23.04.2026 | 19:00 Uhr
📍 Museum Charlottenburg-Wilmersdorf – Villa Oppenheim
Schloßstraße 55 / Otto‑Grüneberg‑Weg, 14059 Berlin

Programm
19:00 Begrüßung
19:10 Hauptrednerin: Nayat Karaköse (23,5 Hrant‑Dink‑Erinnerungsstätte) – (Dieser Teil wird auf Englisch und ohne Übersetzung durchgeführt. Nayat Karaköse wird online teilnehmen.)
20:00 Filmvorführung & Q&A
🎬 So Close So Far (Künstlerfassung) – Ezgi Kılınçaslan
🎬 About the Ephemeral – Silvina der Meguerditchian
🎤 Moderation: Lusin Reinsch

📖 Worum geht es?
Der armenischstämmige Journalist und Aktivist Hrant Dink beschreibt in seinem Text „23,5“ seine emotionale Lage zwischen dem 23. und 24. April. Während der 23. April für Kinder und eine hoffnungsvolle Zukunft steht, markiert der darauffolgende 24. April den Beginn des Völkermords an den Armenier:innen, als in Istanbul Hunderte armenische Intellektuelle aus ihren Häusern geholt und verschleppt wurden.

Als in der Türkei lebender Armenier bringt Hrant Dink mit „23,5“ diesen Zustand des Dazwischen zum Ausdruck – zwischen Erinnern und Vergessen, zwischen Anerkennen und Leugnen sowie zwischen Erzählen und Schweigen. Dass das an den Armenier:innen begangene kollektive Verbrechen im nationalen Diskurs der Türkei weitgehend ausgeblendet wird, vertieft diesen Zustand zusätzlich. Für Dink steht dieses „Halbe“ für eine emotionale und moralische Schwelle, die eine Gesellschaft überschreiten muss, um Verantwortung zu übernehmen.

Berlin gilt hingegen als ein wichtiges Beispiel für den Umgang mit einer gewaltvollen Vergangenheit. Durch Denkmäler, Gedenkveranstaltungen und historische Narrative, die über die ganze Stadt verteilt sind, wird diese Vergangenheit sichtbar gemacht. Während die Türkei den Völkermord an den Armenier:innen weiterhin leugnet, hat Deutschland diesen sowie seine eigene Mitschuld im Jahr 2016 im Bundestag anerkannt. Dennoch ist der Völkermord von 1915 bis heute kein fester Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur. Dies zeigt, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nicht mit einer offiziellen Anerkennung abgeschlossen ist, sondern ein schwieriger und fragiler Prozess bleibt.

Am 23. April möchten wir im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim gemeinsam mit unseren Gästen über den Platz des armenischen Völkermords in der Berliner Erinnerungs- und Gedenkkultur diskutieren. Die Veranstaltung wird von Lusin Reinsch moderiert. Zu Gast sind Nayat Karaköse, Direktorin des 23,5 Hrant Dink Hafıza Mekânı, sowie die Künstlerinnen Silvina der Meguerditchian und Ezgi Kılınçaslan.

Eintritt frei
📩 Anmeldung erwünscht:
📞 030‑90 29 24 106
✉️ museum@charlottenburg-wilmersdorf.de

🤝 Eine Kooperation von AKEBİ e.V. und dem Museum Charlottenburg‑Wilmersdorf

Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen des Partizipations- und Integrationsprogramms.

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